Das digitale Auge: Wo liegen die Gefahren des neuen Facebook-Services "Orte"?

Von Anke Anlauf am 24 August, 2010

Facebook hat einen neuen Service mit sehr viel Potenzial gestartet: Places, oder zu Deutsch: Orte. Mit dem neuen Service wissen Freunde von Facebook-Nutzern ab sofort nicht mehr nur, was ihr Spezl gerade macht, sondern auch, wo er sich gerade befindet. Die Privatsphäre-Einstellungen sind standardmäßig restriktiv. Trotzdem sollte man den Service nicht bedenkenlos nutzen.

Die Idee ist gut - und überrascht auch nicht besonders: Mit Orte teilen Facebook-Nutzer Freunden und Bekannten ihren aktuellen Aufenthaltsort über eine mobile Geo-App mit. Gleichzeitig sieht man auf dem eigenen Bildschirm, ob sich Freunde oder Bekannte momentan zufällig in der Nähe befinden. Man muss also die Augen nicht mehr auf die Straße, sondern nur auf das Display richten. Das Mobiltelefon als digitales Auge - das Bild des "Mediums als erweiterter Sinn" (McLuhan) wird immer plastischer.

Der neue Service "Facebook Orte" auf dem iPhone (Quelle: Facebook Blog)

Zwei Faktoren sprechen jedoch gegen die Nutzung des neuen Services. Erstens: Wie kann ich es vermeiden, meinen aktuellen Aufenthaltsort unerwünschten Kontakten mitzuteilen? Manche Leute trifft man manchmal eben lieber nicht. Eine Filterfunkion schafft hier Abhilfe, kostet aber auch einige Mühe. Außerdem können mich auch Freunde über den Service verraten, indem sie mir einen tag verpassen.

Zweitens: Über ein sicheres Passwort ist der eigene Facebook-Zugang zwar recht gut vor Hackern geschützt - es kann jedoch durchaus vorkommen, dass sich Unbefugte in das Nutzerkonto einloggen. Hier ist gut beraten, wer nicht sein komplettes Privatleben auf der Plattform preisgibt. Und schon gar nicht den aktuellen Aufenthaltsort. Das digitale Auge hält man eben nicht nur selbst in der Hand, man wird auch ständig von digitalen Augenpaaren beobachtet.

Für alle Leser, die trotz dieser Bedenken immer noch neugierig sind: Facebook Orte ist bisher nur für das iPhone über die mobile Facebook App erhältlich und funktioniert bis jetzt ausschließlich in den USA.

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Leser-Kommentare

  • Linkwelle Nr.14 | Sympathie und Engagement Linkwelle Nr.<br />14 | Sympath

    [...] Das digitale Auge: Wo liegen die Gefahren des neuen Facebook-Services “Orte”? [...]

    • Geschrieben am 24 Aug 2010
  • Schockierter User Schockierter <br />User

    Das Hacker sich rein Hacken finde ich nicht so schlimm, finde es schlimmer das dadurch man sofort weiß ob jemand daheim ist oder nicht. Somit für Leute wo ihr Facebook falsch eingestellt haben und zu viele Privateinformationen Preisgeben. Wissen Verbrecher auf Blöd sofort der ist net daheim und wohnt da und da. Schwups schaut man mal sich da um ob ein Einbrauch lohneswert ist.

    • Geschrieben am 30 Aug 2010
  • Morgi Morgi

    Was kommt als nächstes? Datentausch mit Google?? Beim einloggen wird automatisch ein Aktuelles Bild der Wabcam auf die Pinwand gepostet? Oder kommt ählich wie Street view, bald Facebook view, wo deine Wohnung ausgiebig dokumentiert wird?

    • Geschrieben am 07 Sep 2010
  • Martin Martin

    ...und man kann es auch übertreiben, mit der angst...!!!

    • Geschrieben am 07 Sep 2010
  • Hans Hans

    Tja, wenn man auf FB bereitwillig sein gesamtes Privatleben darlegt, mit E-Mail, Wohnort (oder gleich Wohnadresse?), Geburtsdatum, schulischer Laufbahn + Ausbildung, Arbeitgeber, berufliche Position etc., dazu noch die Fotos von der neuen Wohnzimmereinrichtung und wie man letzte Weihnachten zu Hause gefeiert hat, als Freunde & Verwandte zu Besuch kamen, das alles noch garniert mit Statusmeldungen wie "Habe jetzt auch ein iPhone" oder "Ab morgen 3 Wochen nach Griechenland verreist" ... - und dann wundern sich die Leute, wenn zwischenzeitlich die Einbrecher kamen und die Wohnung leer räumten??? Die Datensammelwut von FB ist bemerkenswert. Es fehlen eigentlich nur noch Eingabefelder für Bankverbindung, Sozialversicherungs- u. Steuernummer, sowie ein Uploadfeld für die eingescannte eigene Unterschrift bzw. Fingerabdruck. Nicht ohne Grund sagt man: Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis. Dieses neue Feature mag vorläufig nur in den USA funktionieren. Vorläufig, wohlgemerkt! - Muss ich denn wirklich meinen Freunden in Echtzeit mitteilen, wo ich mich gerade befinde? Was ist, wenn FB still & heimlich "aufgrund einer Panne" meine Privatspähre-Einstellungen resettet und jetzt auf einmal alles für alle offen liegt? Daher: FB ist nicht böse, aber man muss nicht alles offenlegen. Man muss nicht jedes Eingabefeld ergebenst ausfüllen, nur weil es da ist. Klar, dass man sich im Freundeskreis als der Beste & Tollste präsentieren will, aber alles hat so seine Grenzen. Mittels "Orte" kann ich zwar in weiterer Zukunft meine FB-Freunde unterwegs orten und somit auch überwachen - aber umgekehrt werden die das dann auch können. Bringt es das dann wirklich? - Think about it!

    • Geschrieben am 14 Sep 2010
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