Viele Netz-Junkies warten schon lange auf ihr Erscheinen - jetzt kann man sie erstmals ausprobieren: die Facebook-Alternative Diaspora. Diaspora selbst besteht in einem Open Source-Server, mit dem ein verteiltes soziales Netzwerk aufgebaut werden kann. Der Unterschied zu Facebook: Der Anwender soll die volle Kontrolle über seine Daten behalten. Eines der ersten verteilten sozialen Netzwerke, das Diaspora einsetzt, ist das deutschsprachige Geraspora. Wir haben uns in dem Netzwerk mal umgesehen.
Nach der Registrierung bei Geraspora legt man sich zunächst ein Profil an.

Nun fügt man (soweit vorhanden) andere Geraspora-Kontakte hinzu. Die Kontakte ordnet man in so genannten Aspekten an. Bereits vorhandene Aspekte heißen Familie, Freunde und Arbeit. Einen weiteren Aspekt legt man jederzeit einfach per Mausklick an.
Inhalte - also Kommentare, Bilder, Videos, Links - teilt man von nun an nur mit einer oder mehreren bestimmten Gruppen bzw. Aspekten.

Einen Kontakt kann man unter verschiedenen Aspekten betrachten, d.h. man kann einen Arbeitskollegen beispielsweise der Gruppe Arbeit und der Gruppe Freunde hinzufügen.
Schnittstellen sind zu Twitter und - ironischerweise - zu Facebook vorhanden. Allerdings funktionierten sie im Test noch nicht. Künftig sollen es auch eine Anbindung an andere Server (Pods) - wie beispielsweise an Diaspora selbst geben.

Unser erstes Fazit: Die Idee eines dezentralisierten sozialen Netzwerkes klingt wirklich gut, macht im Moment aber noch keinen Spaß. Die Funktionen sind noch zu wenig ausgereift, und das Konzept für die Nutzer noch zu undurchsichtig. Mal sehen, was Diaspora demnächst bietet, wenn es als Netzwerk selbst an den Start geht.

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Ich muss hier mal einiges klarstellen: "Künftig sollen es auch eine Anbindung an andere Server (Pods) - wie beispielsweise an Diaspora selbst geben." Die (meiner Meinung nach) Hauptfunktion von Diaspora ist das die einzelnen Server nicht voneinander isoliert sind sondern miteinander kommunizieren können. Diaspora funktioniert im Grunde wie E-Mail nur in beinaher Echtzeit und eben als soziales Netzwerk. Die Kommunikation zwischen mehreren Server war schon auf den ersten Videos zu sehen und ist natürlich schon funktionsfähig. Eine Liste verschiedener Server findet man hier: https://github.com/diaspora/diaspora/wiki/Community-supported-pods oder auch hier: http://podup.sargodarya.de/ und dies sind nicht einmal alle die existieren. Jeder mit den nötigen Ressourcen und dem nötigen Know-How kann mit seinem eigenem Server uneingeschränkt an Diaspora teilnehmen. "Mal sehen, was Diaspora demnächst bietet, wenn es demnächst als Netzwerk selbst an den Start geht." Das diese Aussage nicht ganz richtig oder wohlformuliert ist sollte einem durch den voherigen Punkt klar sein. Alleine der vohergehende Satz "Die Idee eines dezentralisierten sozialen Netzwerkes [...]" sollte einen stutzig machen ;)
Hallo Jonne, schön, dass Du diese für normale Anwender recht komplizierte Sache so gut durchschaust. Allerdings wird sicherlich nicht jeder Nutzer mit einem eigenen Server an den Start gehen, und sich daher irgendwo anschließen müssen. Ich sehe also kein Problem mit den Formulierungen. Für weitere Infos sind wir aber natürlich jederzeit offen!
Ich gebe Jonne recht, die Interoperabilität der Diaspora-Pods existiert bereits. Wenn Anke behaubtet, dass sie kein Problem mit den Formulierungen sieht, hat sie Diaspora wohl nicht ganz verstanden...